Sunday Colours - Queueing


Hinter der lustigen Schreibweise dieses Wortes verbirgt sich meiner Meinung nach eine komplette, umfassende, ausgeklügelte und sehr intelligente Theorie, zu der ich sagen möchte, dass sie in unseren Breitengraden wenig Beachtung findet. Leider! möchte ich hinzufügen. Denn hinter Queueing steckt eine große Weisheit, die von Meister Yoda stammen könnte. Ich würde sogar behaupten, wer Queueing nicht beherrscht, schlägt sich langsam, aber sicher Anakin Skywalker-mäßig auf die dunkle Seite der Macht.



Denn Queueing ist so viel mehr als nur schnödes Anstehen am Ende der Warteschlange. Es beinhaltet Höflichkeit, Respekt, Bescheidenheit und Menschenfreundlichkeit. Man lernt Geduld und entdeckt, wie schön es sein kann, hin und wieder einem anderen Menschen - wortwörtlich - den Vortritt zu lassen. Und wenn's dann noch gut läuft, erhascht man als Gegenleistung ein freundliches Lächeln. Ich glaube nicht, dass ich übertreibe, wenn ich sage: bewusst ausgeführtes Queueing ist nicht nur eine Form der Nächstenliebe, sondern trägt auch nicht unwesentlich zum Weltfrieden bei!

Aber es geht natürlich auch umgekehrt. Ich sag mal so: je mehr Menschen an einem Samstag in der Münchner Innenstadt aufeinander treffen, desto mehr davon geraten blitzschnell auf die dunkle Seite. Da wird egoistisch geschubst, rücksichtslos vorgedrängelt und mit bösen Blicken um sich geworfen. Nix mit freundlichem Lächeln! Es ist schließlich Krieg und da geht's ums bloße Überleben.




Neulich stand ich in einem Kaufhaus an der Kasse. An einem Samstag. Ich weiß, dass sollte man tunlichst vermeiden, aber unter der Woche habe ich eben keine Zeit für sowas. Um mir die Wartezeit beim Queueing zu vertreiben, sah ich mir die Auslagen auf den Regalen an, nahm ein paar Sachen in die Hand, um sie genauer zu betrachten, und legte sie wieder zurück. Dies veranlasste eine Frau mit Kinderwagen und einen Mann, sich, unabhängig voneinander, blitzschnell an mir vorbei zu schieben! 

Als ich verdutzt aufblickte, fragte wenigstens die Frau leicht genervt, ob ich etwa zum Bezahlen anstehe und wieder nach vorne wollte. Nö, hätte ich am liebsten gesagt, ich stehe deshalb in der Warteschlange, weil ich ansonsten halt keine Hobbys habe! Aber ich dachte "Contenance!" und antwortete mit einem Lächeln "Sie dürfen gerne vorgehen!" - was sie veranlasste, mich misstrauisch zu mustern und den Kopf zu schütteln. Der Mann hingegen (der jetzt direkt vor mir wartete) vermied tunlichst meine Blickrichtung. Vermutlich war ihm seine Unverschämtheit wenigstens peinlich.


Das ist jetzt nur ein Beispiel unter vielen. Noch schlimmer ist es, wenn sich Menschen in Autos befinden, geschützt und anonym hinter so einem bisschen Blech: sie scheren hinter einem aus, kurz vor einem dann wieder ein, lassen einen abbremsen und fluchen, nur, damit sie an der nächsten roten Ampel zwei Meter weiter vorne stehenbleiben können. Sie schnappen einem Parkplätze weg, nehmen einem die Vorfahrt und gestikulieren rüde, falls man sich eines schweren Vergehens wie zu langsames Fahren (z.B. 50 km/h in der Stadt!) schuldig macht. Queueing wird hier erst recht nicht praktiziert.


Ich genieße die Stadt - aber gleichzeitig hasse ich sie manchmal. Es ist nämlich einfacher, sich daneben zu benehmen, wenn man dabei anonym bleibt, und ein weiteres Problem dabei ist, dass die Finsternis rasent schnell um sich greift, je mehr man sich der Rücksichtslosigkeit anderer aussetzt. Und schwupps! - wird man selbst zum Rüpel. Geht rasent schnell. Deshalb war ich heute morgen im Auto auf dem Weg zur Arbeit auch mal wieder kurz davor, völlig auszuflippen etwas genervt zu reagieren.

Deshalb wäre ich dafür, Queueing vielleicht als Schulfach einzuführen. Eins weiß ich nämlich ganz sicher (aus meiner eigenen Berufserfahrung): man kann es lernen. Und es ist gar nicht mal so schwer!


Kleid: Taifun
Poncho/Schal/Weste: manguun
Stiefel: Roland
Tasche: Fedon

Kommentare

  1. die engländer sollen das ja besonders stilvoll tun!
    ein englandreisender freund erzählte mal wie stundenlang etliche autofahrer geduldig hinter ihm hertuckerten - er hatte m/h mit km/h verwechselt..... keiner hupte, keiner drängelte.
    hier auf den (bleifuss)land kriechen uns die autos gern mal in die heckklappe - um dann in hahnebüchenen manövern zu überholen......
    im supermarkt an der kasse kriegt man grundsätzlich einkaufswagen in die hacken geschoben - meist von leuten Ü60. dieselben stehen auch in schützenkette auf bahnsteigen vor den S-bahntüren sodass aussteigen schier unmöglich ist ohne bodycheck.

    aber dein anzug hier macht gleich gute laune!! <3
    süsses kleid und coole weste, schicke stiefel und die tasche hat ´ne tolle farbe dazu!
    xxxxx

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    1. Absolutely! Ich wollte jetzt nicht schon wieder mit "meinen" Briten kommen, aber ja, es stimmt. Was ich in GB schon erlebt hab, das kannst Du Dir nicht vorstellen... selbst in London. Dort hab ich gelernt, wie man's macht! Und seither krieg ich bei Dränglern Ausschlag!
      Ja, im Auto fühlt man sich irgendwie unsichtbar, deshalb verlieren da alle ihre Hemmschwelle, das Gefühl hab ich auch!

      Danke für's Lob - ich kämpfe mit Farbe gegen Rücksichtslosigkeit ;-D
      xxxxx

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  2. Queueing als Schulfach ist eine prima Idee! Ob`s hilft? Ich habe da so meine Zweifel und befürchte, die Ellbogenmentalität wird den Sieg davontragen.

    Und für alle Kassendrängler ein kleiner Tipp: Man kann einfach fragen, ob man an die Spitze der Kasse aufrücken darf, weil man es eilig hat. Da wird kaum jemand nein sagen. Funktioniert in Warteschlangen aller Art und hat mir am Flughafen schon ein paar Mal den Hals gerettet ;-)

    Liebe Grüße
    Fran

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    1. Genau: man könnte fragen... das hilft. Da hast Du Recht, kaum jemand sagt dann Nein. Das Problem ist, dazu muss man den anderen Menschen erstmal anschauen - das ist für manche scheinbar eine echte Challenge! Wird Zeit, dass was erfunden wird, vergleichbar mit den Ohrenstöpseln, deren Ende im Smartphone stecken... für die Augen, damit man auch keinen mehr ansehen muss.

      Liebe Grüße
      Maren

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  3. auf dem land ist auch nicht alles gold as glänzt. die jungen nachbarn feierten gestern abend/nacht eine party. und weil das nachbargrundstück nur eine begrenzte anzahl parkplätze hat, parkte ein auto direkt von unserer haustür. das auto steht noch da (sie feierten lang und schlafen jetzt auch lang) ich würde ihm nachher gerne bis nach hause folgen, um zu gucken, ob ich bei gelegenheit auch vor seiner haustür parken könnte. ich meine jetzt nicht die gartenpforte oder so, sondern er steht ein paar zentimeter vor meinem fußabtreter ;-)

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    1. Bei Partys selbst drück ich gern mal ein Auge zu - die werden bei uns im Mietshaus auch ab und zu gefeiert... gottseidank nur am Wochenende, denn schlafen kann da bis 3 Uhr keiner! Also, ich jedenfalls nicht. Aber da denk ich, das ist ok, irgendwo müssen Menschen ja mal feiern. Aber fast auf dem Fußabtreter parken geht trotzdem nicht :-) Ich glaube, das sehen manche gar nicht... ts.

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    2. Jetzt weiß ich, warum mein Vater immer auf geschlossenen Hofeinfahrtstoren besteht.... :-) Dabei parkt bei uns nie einer...
      LG Sunny

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  4. Oh ja es macht mir sogar Spaß Leute vorzulassen, sie freuen sich drüber und ich mich dann irgendwie auch. Im Auto ist es manchmal wirklich schlimm, manche Menschen scheinen nichts von Geschwindigkeitsbegrenzung zu halten.
    Du siehst klasse aus.Maren, die Farben gefallen mir sehr.
    Liebe Grüße Tina

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    1. Danke, Tina! Ich glaube, Du bist so positiv, dass Du nur gute Erlebnisse an Warteschlangen hast... oder die Leute in Mannheim sind einfach viel netter (ich glaub fast, das stimmt!)
      Liebe Grüße, Maren

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  5. Dein Outfit schaut toll aus liebe Maren. Dein Post und die entsprechenden Kommentare haben heute mal wieder für den größten Lacher des Tages bei mir gesorgt. Wie genau es bei mir mit dem Queueing aussieht kann ich nicht genau sagen. Allerdings habe ich beim Lesen des Posts und der Kommentare festgestellt, das es mir an einer blühenden Phantasie auf jeden Fall schon mal nicht mangelt. An eines kann ich mich allerdings noch ziemlich genau erinnern: Als wir von NRW aus einer mittleren Kleinstadt in ein Dorf nach Bayern gezogen sind, habe ich relativ schnell lernen dürfen, das Geduld eine Tugend ist, die einem da ganz schnell hilfreich ist. Liebe Grüße Ursula

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    1. Danke Dir, Ursula! Und dass Du lachen musstest, ehrt mich sehr... so soll's sein! :-D Schön, dass es Dir an einer blühenden Fantasie nicht mangelt! Dass man in Bayern manchmal mehr Geduld braucht als in NRW, kann ich mir gut vorstellen... als "nördlichste Region Italiens" ist BY für Geduld nicht grad berühmt... ;-D
      Liebe Grüße Maren

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  6. Das war eine der ersten Lektionen im Englischunterricht: What are the people doing there? "They are queueing". Das konnten die Menschen in Deutschland noch nie. Da wird gedrängelt und geschubst, zumindest an der Bushaltestelle. An der Kasse MUSS man quasi in der Schlange stehen.

    Gut schaust Du aus :)

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    1. Genau, Sabine, da gibt's ja noch nicht mal ein vergleichbares deutsches Wort dafür! Und an der Kasse geht drängeln scheinbar auch (s.o.!)

      Danke :)

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  7. Das Kleid ist zaberhaft, sowas kleingemustertes steht Dir super. Und die Farbe ist genial für Dich.
    Ich wußte gar nicht, dass "das" einen Namen hat. Ich mache das schon immer gern. Die Leute anlachen, mich unterhalten. Aber wehe.... es drängelt sich eine vor, weil nebendran eine neu Kasse aufgemacht hat. Da sage ich durchaus. Entschuldigung. Aber ich glaube sie waren vorher hinter mir. Wennn sie mich gefragt hätten, hätte ich sie gern vorgelassen. Ohoh. Ich habe bisher noch keinen erlebt, der meiner scharfen Zunge und meinem eisigen Blick gewachsen war. Bzw. die sich getraut haben zu wiedersprechen. Is ja auch so ein Jedi-Ding.
    Ich hasse Leute mit schlechtem Benehmen. Und da die meisten Menschen nicht richtig erzogen wurden, stoße ich sie da gerne mal mit der Nase drauf, dass sie da wohl nachholbedarf haben.
    Besonders beliebt sind bei mir auch die Taubstummen an der Kasse. Die den Blick aufs Handy gerichtet Geld hinlegen. Kein Grüß Gott, kein bitte, kein danke, kein Aufwiedersehen. Da guck ich dann immer ganz mitleidig und sage zur Kassenkraft....Oh, oh, schon wieder so ein armer, taubstummer Mensch.
    Ich finde Anstand ist nichts, was in der Schule unterrichtet werden muss. Das lernt man seinem Kind vom ersten Tag an. In dem man es ihm vorlebt. Das scheint doch auch oft noch zu klappen. Nicht umsonst gibt es so viele Gassenengel unter den jugendlichen und jungen Erwachsenen....
    LG Sunny

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    1. Danke, Sunny, das freut mich!
      Es gibt ja im Deutschen auch kein Wort dafür... was bezeichnend ist. Ich kann mir das jetzt sehr gut vorstellen, wie Du als eisiger scharfzüngiger Obi Wan die unhöflichen Jedi-Anwärter zurechtweist - gut so! Sonst checken sie's ja nie...! :-D
      Mir geht's genauso. Ich hasse schlechtes Benehmen auch - und ich glaub, dass einige da Nachholbedarf haben!
      Ja, stimmt, die Taubstummen sind eine Spezies für sich... hihi. Super, was Du dann der Kassiererin sagst, muss ich mir merken...!
      Und klar ist das Vorbildfunktion und Erziehungssache... das klitzekleine Problem ist nur, dass viele scheinbar zur Rücksichtslosigkeit bzw. Gleichgültigkeit erzogen werden...
      LG Maren

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    2. Dankeschön liebe Maren!
      Es hat mir bei dir so gut gefallen dass ich doch glatt hier sitzen bleibe!

      Komm gut in die neue Woche!

      Vo Härze Bea

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    3. Oh, sehr gerne, liebe Bea!
      Dass Du bei mir glatt sitzen bleibst, freut mich sehr!!!

      Komm Du auch gut in die neue Woche!

      <3 Maren

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  8. Im Queueing bin ich nicht besonders gut. Wenn irgendwo eine lange Schlange steht, brauch ich nix mehr. Ob ich das geduldige warten lernen könnte, oder will? eher nicht.
    Dein Kleid ist wunderhübsch, Maren. Dafür anstehen, würde sich lohnen.
    Liebe Grüße
    Sabine

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    1. Ich war ja sehr oft in Great Britain, und da "geht" Queueing so, dass man glatt Spaß hat in der Warteschlange! Alle sind so nett und freundlich, dass die Zeit wie im Flug vergeht!
      Danke, dass Du für das Kleid anstehen würdest... ;-D
      Liebe Grüße
      Maren

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  9. Schöner Beitrag, da konnte ich heute beim Einkaufen schön darüber nachdenken.

    Ich queue nämlich ganz gern, denn das ist zum einen eine schöne Möglichkeit, in anderer Leute Einkaufswagen zu linsen und zu überlegen, was es wohl bei ihnen zum Essen geben wird (supermarktkassentechnisch gesprochen). Zum anderen kommt man dabei gut ins Gespräch - und wenn man keinen kommunikativen Tag hat, kann man beim Schlange stehen auch einfach mal nur schweigend "meditieren".

    Was den Straßenverkehr angeht... das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden. .;) Doch seitdem ich Mama-Taxi fahre, habe ich gelernt, meine Ausdrucksweise zu bremsen und rüde Gesten immer nur unterhalb des Lenkrades zu machen.

    Queue-Kompromiss à la Kuh.

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    1. Danke Dir, ich finde ja auch, dass man solche Wartezeiten gut als "Meditation" nutzen kann. Alles ist eh so hektisch, da ist es doch direkt schön, wenn man mal irgendwo genötigt wird, zu warten...
      Hihi, und was Du über das Autofahren schreibst... ich muss Dir ehrlich sagen: sitze ich allein im Auto, würde wahrscheinlich jeder rot werden - was ich für eine rüde Ausdrucksweise habe! Ich fluche wahlweise auch gern auf Englisch - tu ich mal wieder was zur Erweiterung meiner Sprachkenntnisse. Was die Briten echt gut können: queueing und fluch-ing!
      lieben Gruß
      Maren

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  10. Liebe Maren, toll Dein Outfit, ich mag es sehr, wie Du den Schal drapiert hast! Und was Schlange stehen anbelangt, da bin ich diesbezüglich höchstens in der Kantine gefragt - vielleicht nochmal an der Supermarktkasse, aber da in der Regel mein Mann einkauft, hält sich auch das in Grenzen. Toll ist Deine Idee, Queueing als Schulfach einzuführen, denn wenn ich so lese, was Du erlebst, dann ist hier wirklich Schulungsbedarf vorhanden und alles was Höflichkeit und Rücksicht anbelangt, kann ohnehin niemals zu häufig gelehrt werden! Hab noch eine Woche.
    Alles Liebe von Rena
    www.dressedwithsoul.com

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    1. Liebe Rena, Danke Dir! Das ist echt von Vorteil, wenn Du das höchstens in der Kantine (und unter vermutlich zivilisierten Menschen!) erlebst. Ich kann Dir sagen, manchmal fall ich echt vom Glauben ab, was manche Leute sich so "erlauben". Ich bin die letzte, die einen auf "Moralapostel" macht, aber manchmal ist es einfach zu viel! Ich glaube ja, die Leute sind eher gedankenlos und "meinen" es oft nicht so. Aber trotzdem!
      Hab Du auch noch eine schöne Woche!
      Alles Liebe auch von mir an Dich! Maren

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    2. Liebe Maren, ja, ich bin da offenbar echt begünstigt! Und ich bin Deiner Meinung, dass die Leute wirklich eher gedankenlos sind und es oft einfach nicht checken, was sie eigentlich machen.
      Ein wunderschönes Wochenende für Dich!
      Alles Liebe, Rena

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  11. Auja, liebste Maren, ich wäre da zusätzlich noch für Schulfächer wie Kommunikation, Müllvermeidung bzw. richtige Müllentsorgung, Umgang mit Werbung etc. Damit's VON ANFANG AN behirnt wird. Aber Queueing hat bestimmt auch was. In britischen Anstell-Situationen fühle ich mich jedenfalls stets entspannter als bei uns - weil ich dort davon ausgehen kann, dass eine strenge Schlangendisziplin herrscht. Und wenn mal einer ausschert, bekommt er garantiert ein pikiertes "Please, queue up!!!" zu hören. Ich selbst bin eine ungeduldige, aber faire Queuerin, Das heißt, ich drängle nicht, aber ich will, dass etwas weitergeht. Und ich kann zur unbermherzigen Furie werden, wenn es andere anders halten. So buddhistisch-gleichmütig wie du kann ich jedenfalls nicht reagieren - und ich bin mir auch nicht sicher, ob ich das WILL. Weil ich fürchte, dass die meisten es gar nicht mitkriegen, was sie da tun, weder im Supermarkt, noch im Straßenverkehr. Meine Freundin Daniela erzählte mir mal von einer Rentnerin, die in der ärgsten Stoßzeit am am Samstag im Supermarkt einkaufte, und dann drängelte sie auch noch an der Kasse. Daniela (berufstätig, mit mit Familie und auch nur samstags die Möglichkeit zu größeren Besorgungen) machte einen Schritt zur Seite, mit den Worten "Gehen Sie nur vor, sie haben es sicherlich viel eiliger als ich", und die Alte wieselte tatsächlich an ihr vorbei und fühlte sich vermutlich absolut im Recht. Ich persönlich wäre eher für eine Strafsteuer für samstägliche Rentnereinkäufe und hätte es an der Kasse auch lautstark verkündet.
    Wie auch immer - schön siehst du aus mit deinem Tuch zum hübschen Kleid. Vielleicht fällt es dir in dieser Kleidung auch nicht leichter, in der Schlange zu stehen, aber du siehst damit garantiert um vieles besser aus als die meisten anderen...
    Ganz herzliche Grüße, Traude

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    1. Hihi, liebe Traude, gottseidank gibt's Sozialpädagogen wie mich, die Kindern all sowas beibringen... also, das was wirklich wichtig ist im Leben (in der Schule lernen sie zusätzlich noch andere Dinge wie Mathe...).
      Ja, in GB hab ich's perfektioniert, das Queueing, und wie Du schon sagst, macht es dort mehr Spaß, weil man sicher sein kann, dass es fair zugeht.
      Naja, von wegen buddhistisch-gleichmütig... Du solltest mich mal im Auto sehen, ich kenne schlimme Ausdrücke in mindestens 4 Sprachen! Und benutze die auch ;-D Und an der Kasse traue ich mich oft einfach nicht, oder ich denke, es lohnt die ganze Aufregung nicht... da spar ich einfach Energie. Ich denke immer, ich hab im Job so viele Konflikte, in meiner Freizeit will ich Love, Peace & Harmony... :-D Geht halt nur nicht immer so... daher verstehe ich es sehr gut, dass Du zur unbarmherzigen Furie werden kannst!
      Oje, die armen Rentner, ts ts. Aber stimmt, Ironie oder Sarkasmus verstehen die meisten Leute einfach nicht - Schade! Andererseits hatte die ältere Frau, die es an der Kasse so eilig hatte, vielleicht tatsächlich einen wichtigen Termin...?
      Das, was Du sagst, erinnert mich ein bisschen an den Spruch, den wir im Team in meiner 1. Arbeitsstelle hatten: "Die Zustände sind schrecklich, die Titanic sinkt - aber he: wir sehen verdammt GUT aus...!" Genau das ist mein Motto - auch in der Warteschlange ;-DDD!

      Herzliche Grüße auch an Dich! Maren

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  12. Mein Mann lacht immer, weil ich ständig alle Leute an der Kasse vor lasse. Haha. Mich stört das nicht, da habe ich Geduld. In Norwegen fand ich es auch echt klasse. Da waren in den Supermärkten alle freundlich und wenn die Omi ihr Geld zählte, was halt dauert, dann wurde nicht gemeckert.

    Liebe Grüße,
    Moppi

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    1. Na, das nenne ich mal buddhistische Gleichmütigkeit! Klasse. Ich bin da oft viel zu ungeduldig... Dann ist es in Norwegen sicher ähnlich wie in Schottland, dort habe ich es auch so erlebt! Scheinbar gibt es halt doch ein europäisches Nord-Süd-Gefälle, was Geduld und Höflichkeit beim Warten angeht... !

      Liebe Grüße
      Maren

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  13. Willkommen in der Stadt. Das ist einer der Gründe, warum ich in Frankfurt nicht mehr so gern Auto fahre. Es sei denn, ich bin mehatiefenentspannt und komme aus dem Urlaub :)

    Aber im Urlaub sind eh immer alle so freundlich und entspannt, denke ich. Das andere Land finde ich soviel besser. Bis ich dann mal gedacht habe, ob ich nicht diejenige bin, die einfach im Urlaub so ganz anders drauf ist :)))) Naja, so ist das halt.

    Aber es gibt tatsächlich eine Stadt auf der Welt, in der so gut wie NIE gehupt wird und die Autofahrer mitten auf der Straße stoppen, um Fußgänger überqueren zu lassen. In San Diego. Aber nur dort. In L.A. sind sie schon wieder metroploenmäßig verspannt....hihi.

    Ach, kleiner Hinweis: in queu(e)ing ist ein "e" zuviel. Sorry, da geht die Englischtrainerin mit mir durch.... Zuletzt möchte ich noch deine entspannten Bilder preisen und die Tasche zum Outfit.

    Habe eine entspannte Woche und herzliche Grüße
    Sabina

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    1. Ich denke ja auch immer, dass alles mit mir selbst zu tun hat. Aber manchmal kann ich das verhalten anderer nicht mal mehr mit meiner eigenen Gestresstheit schönreden ;-D. Und ich finde München und überhaupt das Leben in der Stadt normalerweise ganz toll, aber ich stelle nur so manches fest...

      Dass die Menschen in San Diego entspannt und freundlich sind, glaub ich sofort! Wenn die's in Südkalifornien nicht sind, wer dann? Muss eine tolle Erfahrung sein, wenn Autos für einen sogar mitten auf der Straße anhalten (hier würde man einem vermutlich den Vogel zeigen!!!)

      Echt? Oops, Danke für den Hinweis. Hab extra das Dictionary und einen Native Speaker gefragt und mir wurde gesagt, dass queuing im AE stimmt - aber im (verkrusteten) BE dürfe man auch heute noch queueing mit e schreiben! Und da es eine altmodische britische Sitte ist, dachte ich, schreib ich's mal mit e - weil... auch viel lustiger! Ts, alles Legastheniker heutzutage...

      Danke, die entspannte Woche wünsche ich Dir auch! Herzliche Grüße
      Maren

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  14. Liebe Maren,
    leider habe ich Deinen Post ein paar Tage zu spät gelesen. Wenn ich in München was erledigen will, mache ich das meist, wenn ich eh` beruflich dort zu tun habe, und ansonsten ist unser Munich-day immer der Sonntag - nach dem Frühstück los, vielleicht Museum oder Englischer Garten, durch die alten Jagdgründe bummeln Richtung Innenstadt, lecker essen gehen - ich liiiebe das! Nun haben wir uns letzten SAMSTAG - ganz gegen unsere Gewohnheit und aus heiterem Himmel (wahrscheinlich weil uns bei dem greuslichen Wetter die Decke auf den Kopf fiel ?) nachmittags nach München aufgemacht. Dummerweise auch nicht die S-Bahn genommen, sondern den Zug, weil gerade einer hielt. Fataler Fehler, das ganze Unternehmen: der Fußmarsch vom Hbf zum Marienplatz war der reinste Spießrutenlauf, Horror, man wurde schier über den Haufen gerannt. Also als Landei - inzwischen - bin ich das einfach nicht mehr gewohnt... da bin auch ich schnell auf der dunklen Seite gelandet um nicht zu sagen in nachtschwarzer Finsternis! Wir haben schon gelästert, dass man samstags dort Rechts-und Linksverkehr einführen müsste, in unseren Lieblingslokalen sah es nicht besser aus, also sind wir ziemlich schnell wieder in unser Nest geflüchtet - Fazit: nie wieder! Never on a Saturday!
    Ansonsten gebe ich Dir voll und ganz recht: einen Kurs in Queueing könnten wohl die meisten von uns brauchen, da können wir wahrhaft von den Engländern lernen - ich schätze Contenance, Geduld und Freundlichkeit im Alltag! Ob die Insulaner überhaupt die besseren Menschen sind, weiß ich nicht, aber in dieser Hinsicht bewundere ich sie (und für ihren herrlichen schwarzen Humor, auf den ich total abfahre...
    Tolle Tasche und tolle Farb-Kombi!

    Herzliche Grüße
    Gila

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    1. Liebe Gila,
      oje, das war dann ja kein so schönes Erlebnis! Und das mit dem "Spießrutenlauf" glaub ich Dir auf's Wort (ich kenn es ja...) und dass Du das als "Landei" inzwischen nicht mehr gewöhnt bist... ;-D Ich leb seit über 20 Jahren hier und stelle fest, dass es wirklich immer schlimmer wird: immer mehr Menschen drängeln sich immer rücksichtsloser (nicht nur!) an Samstagen durch die Stadt! Als gäb's kein Morgen!
      Ich stimme Dir voll und ganz zu: von den Briten können wir uns einiges abschauen (außer vielleicht so manche fatale politische Entscheidung und deren Folgen... :-D)... aber: ich glaube nicht, dass sie unbedingt die besseren Menschen sind (s. beispielsweise: betrunkene Engländer auf Rhodos! die lassen die dunkle Seite voll raus! ;-D)
      Aber: es ist ein gelerntes Verhalten. In GB wird das tatsächlich sozusagen "mit der Muttermilch aufgesogen" - ich bringe es "meinen" Kiddies im Job auch bei - und es funktioniert! Die drängeln nur noch selten.
      Vielen Dank!

      Herzliche Grüße
      Maren

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  15. Ach, Maren, Du hast so Recht!!! Ich LIEBE die Eigenschaft der Briten, sich geduldig anzustellen. Auch die Japaner praktizieren dieses Verhalten vorbildlich - sogar noch vorbildlicher als die Briten. Und das macht das Leben so viel einfacher. Praktizierst Du dieses Verhalten allerdings in Deutschland in schlechter Gesellschaft (und die ist ja hier eher die Regel als die Ausnahme), bist Du verloren und kommst niemals dran. Ergo musst Du Dich leider Gottes etwas anpassen, wenn Du nicht als Depp der Nation enden willst. Traurig, aber wahr. Ich versuche dennoch, einen Spagat zwischen beiden Verhaltensweisen hinzubekommen. Zu welcher Verhaltensweise ich letztlich tendiere, hängt stark von den Menschen in meiner Umgebung ab. Ich sage nur: Spiegeln.

    Liebe Grüße
    Gunda

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    1. Ich habe gehört, dass es in japanischen Städten, v.a. in Tokyo, unumgänglich ist, zu "queuen", weil es eben so viele Menschen gibt und z.B. die U-Bahn nach 45 Sekunden die Türen schließt - habe das ansatzweise in Bangkok auch erlebt, da haben mich die Touris aufgeregt, die die Eingänge des Stadtbootes immer so verstopfen, so dass keine Leute mehr einsteigen können, während weiter drinnen im Boot alles leer war - sowas geht einfach nicht bei 10 Mio. Einwohnern! Ich denke also, in Japan ist es eiserne Disziplin, und in GB einfach Tradition...
      Und leider fühlt man sich tatsächlich als Depp der Nation, wenn die Unverschämtheit siegt! Das ist ein Dilemma, echt! Genau, spiegeln. Wenn mir andere derart auf den Zeiger gehen, kann ich leider auch nicht mehr freundlich bleiben... :-D

      Liebe Grüße
      Maren

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  16. Freundlichkeit und Nächstenliebe ist für die Menschen leider immer mehr in den Hintergrund gerückt. Jeder hat es verdient zumindest mit respekt behandelt zu werden. Es ist toll das Du dieses Thema hier so wunderbar auf den Punkt gebracht hast.
    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende.

    Liebe Grüße, Esther
    https://lifestyle-tale.com/sunny-winter-afternoon-time-cable-knit-jumper/

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    1. Danke, Esther! Dem stimme ich voll und ganz zu!
      Ich wünsch Dir auch ein schönes Wochenende.
      Liebe Grüße
      Maren

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  17. Deine Tasche ist mal ein toller Farbtupfer. Das Knallige gefällt mir total gut :-*

    viele liebe Grüße
    Melanie / www.goldzeitblog.de

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